Suchtexperte rät: Neujahrsvorsätze realistisch statt radikal gestalten

Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences erklärt, worauf es bei der Festlegung von Neujahrsvorsätzen ankommt: Realistische Zwischenziele, wie zum Beispiel der Umstieg von Rauchern auf die E-Zigarette als bessere Alternative gegenüber der Tabakzigarette.

Mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren und mit dem Rauchen aufhören – den Jahreswechsel nutzt jeder dritte Erwachsene in Deutschland regelmäßig als Motivationshilfe, um mit guten Vorsätzen in das neue Jahr zu starten. (YouGov 2017) Doch oft sind schon nach wenigen Tagen oder Wochen die Vorsätze über Bord geworfen. Zu gering ist die Motivation, zu hoch der innere oder äußere Druck.

Nur 13 Prozent gelingt die Rauchentwöhnung
Das Rauchen aufzugeben ist jedes Jahr einer der beliebtesten Vorsätze in Deutschland und zählte auch zum Jahreswechsel 2016/2017 zu den häufigsten. Zugleich tun sich viele schwer damit: Das zeigen Zahlen einer Studie der Universität Münster von Dezember 2015. Gerade einmal 13 Prozent der Studienteilnehmer, die das Rauchen aufhören wollten, waren langfristig erfolgreich. Warum viele scheitern, weiß Prof. Dr. Heino Stöver, Suchtexperte von der Frankfurt University of Applied Sciences: „Viele setzen sich ihre Vorsätze nach dem Prinzip ,ganz oder gar nicht’ – und scheitern. Zu radikale und weitreichende Vorsätze sind kontraproduktiv. Langfristig führt das zu einer Demotivation und wir nehmen unsere Vorsätze nicht mehr ernst oder setzen uns gar nicht erst welche. Viel besser ist es, sich realistische Zwischenziele zu setzen.“

Realistische Zwischenziele
Die Zwischenziele sollten so gestaltet sein, dass sie herausfordernd sind, aber nicht überfordernd. Statt vier Mal die Woche Sport zu treiben, genügt es zum Anfang, an einem festen Tag in der Woche zum Sport zu gehen. Statt ganz auf Süßigkeiten zu verzichten, können zunächst Tage festgelegt werden, an denen sie tabu sind. Und auch für das Ziel, das Rauchen aufzugeben, gibt es realistische Ziele: Neben der Konsumreduktion steht mit der E-Zigarette eine deutlich weniger schädliche Alternative zur Verfügung.

Der Umstieg zur E-Zigaretten als Neujahrsvorsatz
„Die E-Zigarette ist ein grundlegend neues Mittel, das ohne Frage weniger schädlich ist, als die Verbrennungszigarette. Es lohnt sich, die E-Zigarette bei den Neujahrsvorsätzen als einen Zwischenschritt in Betracht zu ziehen. Lange Zeit galt „quit or die“ – das ist dank der E-Zigarette heute anders und sollte nicht vergessen werden“, so Stöver.
E-Zigaretten sind laut wissenschaftlichen Erkenntnissen 95 Prozent weniger schädlich als
herkömmliche Tabakzigaretten. Das fanden Forscher von Public Health England bereits 2015 heraus. Zahlreiche weitere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Bei der E-Zigarette findet kein Verbrennungsprozess statt, das Nikotin wird verdampft. Durch diesen Wegfall werden deutlich weniger Schadstoffe freigesetzt.

Dac Sprengel, Vorsitzender des Verbands des eZigarettenhandels e. V. (VdeH), setzt sich dafür ein, dass die Vorteile der E-Zigarette in Deutschland flächendeckend wahrgenommen werden: „Wir sehen die E-Zigarette als große Chance für alle Raucher, ihre Gesundheit durch einen Umstieg deutlich zu verbessern. Dank der E-Zigarette haben sie nun selber die Wahl, was sie konsumieren – 3,5 Millionen Raucher in Deutschland haben sich bereits für die E-Zigarette entschieden. Wer noch nicht umgestiegen ist, der hat spätestens zum Jahreswechsel wieder einen guten Anlass, seine Chance zu ergreifen.“