Stellungnahme des BfR zum Jugendschutz bei eZigaretten umstritten

In der gestrigen Pressekonferenz der Bundesregierung zur Verbesserung des Jugendschutzes wurde als Begründung für eine gesetzliche Neuregelung eine wissenschaftliche Stellungnahme zitiert, die angeblich ein hohes Gefährdungspotential der eZigarette für die Gesundheit der Konsumenten nachweist, sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Die Stellungnahme  stammt vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR (Nr. 010/2015). http://www.bfr.bund.de/cm/343/nikotinfreie-e-shishas-bergen-gesundheitliche-risiken.pdf

Der VdeH hat in seiner gestrigen Stellungnahme die Maßnahmen der Regierung begrüßt und sieht seit Jahren die absolute Notwendigkeit für eine Ausweitung des Jugendschutzes. Die vom BfR zur Begründung vorgebrachten Untersuchungen hingegen weisen Ergebnisse aus, die höchst umstritten sind.

In einem öffentlichen Brief an das BfR vom 24. April bezeichnet der renommierte Toxikologe und Pharmakologe Prof. Dr. Mayer von der Uni Graz die zitierten Untersuchungen als wissenschaftlich fragwürdig und attestiert dem Institut eine vorgefasste Meinung, die mittels der ausgewählten Belege gestützt werden soll.

„Die zitierten Referenzen wurden sorgfältig in Hinblick auf Unterstützung lhrer vorgefassten Meinung ausgewählt, Verweise auf die zahlreichen Studien, die dieser widersprechen fehlen. Wohlwollend konnte man das als „cherry picking“ bezeichnen, drastischer als wissenschaftliches Fehlverhalten (scientific misconduct).“

Und weiter:

„Es ist besorgniserregend, dass eine renommierte, durch öffentliche Gelder finanzierte lnstitution wie das BfR die Bevölkerung wissentlich in die lrre führt, um nicht zu sagen belügt. lm folgenden erlaube ich mir, zwei wesentliche Punkte lhrer Stellungnahme, und zwar die Entstehung von Carbonylverbindungen und die Gefährdung durch Feinpartikel anhand der Fakten zu widerlegen.“

Der VdeH verlinkt das Schreiben von Prof. Mayer, da eine faktenbasierte Diskussion zur eZigarette auch gestern nicht geführt worden ist. Das tatsächlich richtige Ziel, den Jugendschutz auf die eZigarette auszuweiten, wurde benutzt, um erneut haltlose Behauptungen zur Gesundheitsgefährdung der eZigarette aufzustellen. Hier ist eine weiterführende Diskussion, die sich um die wirklichen Fakten bemüht, dringend geboten.

Link zum Schreiben