Neue Untersuchung zu Aromen in eZigaretten nicht verwertbar

In einer am 15. April veröffentlichten Liquid-Untersuchung eines US-Forscherteams der Portland-Universität wurden erhöhte Mengen der Aldehyde Benzaldehyd und Vanillin festgestellt. Nach Angabe der Wissenschaftler war die nachgewiesene Menge der beiden Substanzen in einigen Proben etwa doppelt so hoch wie die von US-Arbeitsmedizinern empfohlene Tageshöchstmenge. Die Forscher fordern eine deutliche Begrenzung der Schadstoffe und transparente Inhaltsangaben für Liquids.

 

Feststellung 1 zu Benzaldehyd

Im Gegensatz zu den USA gibt es in der Europäischen Union keinen festgelegten Grenzwert für Benzaldehyd. Deshalb kann die hier definierte Tageshöchstmenge nicht einfach auf den Europäischen Markt übertragen werden. ( Quelle: Umweltbundesamt, Punkt 5.1)

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/benzaldehyd.pdf

 

Feststellung 2 zur untersuchten Liquidmenge

In der Untersuchung wurde ein durchschnittlicher Tagesverbrauch eines eZigarettennutzers von 5 ml Liquid angesetzt. Diese Menge ist deutlich zu hoch für einen Durchschnittswert. Hier sollte von etwa 2 – 3 ml ausgegangen werden (Quelle: VdeH). Die vorgefundenen Mengen an Vanillin und Benzaldehyd müssten im Ergebnis entsprechend reduziert werden und lägen dann selbst unter den für die USA empfohlenen Grenzwerten.

 

Negativliste schafft Klarheit

Dac Sprengel, Vorsitzender des VdeH: „Unabhängig von dieser für den Europäischen Markt nur bedingt verwertbaren Untersuchung ist eine Festlegung von Inhaltsstoffen und -mengen hilfreich, die in Liquidaromen für elektrische Zigaretten nicht verwendet werden dürfen.“

Bereits am 7. November 2013 hat der VdeH ein für alle Verbandsmitglieder verbindliches Reinheitsgebot für eZigaretten zur Verbesserung des Verbraucherschutzes veröffentlicht. http://www.vd-eh.de/eu-regulierung-vdeh-legt-reinheitsgebot-fur-ezigaretten-fest/

 

Vergleich zur Tabakzigarette zwingend notwendig

Unabhängig davon wäre eine Rückbesinnung auf das tatsächliche Potential der eZigarette von Nöten. Sprengel sieht die Diskussion hier teilweise auf einem Irrweg: „Es werden vermeintlich erhöhte Werte einzelner Substanzen im eZigaretten-Liquid diskutiert. Das ist natürlich legitim. Aktuell jedoch lässt man komplett außer Acht, für wen die eZigarette erschaffen worden ist: Für die Tabakraucher, die sich mit jedem Zug am Glimmstengel mit mehr als 4.800 chemischen Substanzen belasten. Davon sind mindestens 250 toxisch und 70 krebsfördernd. Auf diese Schädigungen verzichtet ein eZigarettennutzer.“

 

Und weiter: „Gemessen an reiner Bergluft oder unbelasteter Raumluft ist die eZigarette natürlich nicht als unschädlich oder sogar gesund zu bewerten – was auch nie behauptet wurde. Aber: Für Nichtraucher ist die eZigarette ja auch nicht entwickelt worden. Für jeden erwachsenen Tabakraucher als einzige Zielgruppe bedeutet sie eine immense und nachgewiesene Reduktion der gesundheitlichen Belastung. Das muss endlich zum Wohle der Raucher und deren Angehörigen erkannt und publiziert werden – der Vergleich zum Tabak ist zwingend notwendig: Wie hoch ist die von US-Arbeitsmedizinern empfohlene Tages-Höchstmenge an Tabakzigaretten?“