Daten & Fakten zur E-Zigarette

Inhaltsverzeichnis

3. Markt

Der E-Zigarettenmarkt in Deutschland befindet sich in einer deutlichen Wachstumsphase. Innerhalb von sechs Jahren stiegen die Umsätze von fünf Millionen Euro in 2010 auf 420 Millionen Euro in 2016.

Dieser Trend wird sich nach Prognosen des Verbandes des eZigarettenhandels (VdeH) auch 2017 fortsetzen. Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit einem weiteren Zuwachs von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

3.1 Unternehmen

Aktuell gibt es etwa 200 kleinere und mittlere Unternehmen in Deutschland, die zumindest einen Teil ihres Umsatzes mit E-Zigaretten erwirtschafteten. 140 davon sind im Verband des eZigarettenhandels (VdeH) organisiert. Es gibt in Deutschland derzeit etwa 400-500 spezialisierte E-Zigaretten-Fachgeschäfte. Darüber hinaus sind E-Zigaretten in etwa 12.000 weiteren Verkaufsstellen wie beispielsweise Tabakwarenläden, Kiosken und Supermärkten erhältlich.

Mit Japan Tobacco International ist 2015 der erste Großkonzern in den E-Zigarettenmarkt in Deutschland eingestiegen. Am 1. Juli 2015 führten sie ihr Produkt E-Lites curv im deutschen Markt ein. Nach einer kurzen Marktpräsenz wurde das Produkt zwar aufgrund einer Patentklage kurzzeitig vom Markt genommen, ist inzwischen jedoch wieder erhältlich.

Im Dezember 2015 erfolgte der Markteintritt von British American Tobacco. Eine breit angelegte Werbekampagne und starke Präsenz im Handel ließ die Marke Vype innerhalb von wenigen Monaten zu einem Big Player im deutschen E-Zigarettenmarkt aufsteigen.

Größte E-Zigarettenmarken in Deutschland

Marke Internetadresse
Vype https://www.govype.com/de
SC https://www.innocigs.com
Xeo https://www.xeocigs.com
Be posh https://www.beposh.net
E-Lites http://www.jti.com
Joyetech http://www.joyetech.com
Eleaf http://www.eleafworld.com
Wismec http://www.wismec.com
Kanger tech https://kangeronline.com
Smok http://www.smoktech.com
Aspire http://www.aspirecig.com
Vapor Giant http://www.vapor-giant.com

3.2 Wirtschaftliche Auswirkungen

3.2.1 Marktentwicklung in Deutschland

Derzeit beschäftigt die E-Zigarettenindustrie in Deutschland schätzungsweise 9.000 Personen. Der Markt wächst stetig und weiterhin stark. Dieser Trend ist deutlich an den Umsatzzahlen des deutschen Handels erkennbar:


Das Steueraufkommen betrug in 2016 schätzungsweise bereits 80 Millionen Euro.

3.2.2 Entwicklung innerhalb der Branche

Magnet für kleine und große Unternehmen
Aufgrund der deutlichen Zuwächse ist die Branche ein Magnet sowohl für Start-Ups als auch große Unternehmen der Tabakbranche. Auch der lokale Einzelhandel profitiert von der neuen, nachgefragten Produktkategorie durch steigende Kundenzahlen und hohe Margen. Die in der Vergangenheit rückläufigen Umsätze im Einzelhandel, aber auch bei den teilnehmenden Tabakkonzernen können dadurch ein Ende finden. Zudem eröffnet sich für letztere die Chance, das angegriffene und immer schwieriger werdende Kerngeschäft zu erweitern und die Unternehmenszukunft zu sichern. Die Anbieter reagieren auf den Wunsch vieler Raucher nach einem Produkt mit stark gesenktem Risiko. Viele Menschen wollen die Gewohnheit des Rauchens nicht ganz aufgeben oder haben dies erfolglos versucht und wollen die Chance nutzen, mit der E-Zigarette zumindest die schädlichen Verbrennungsprodukte des Tabakkonsums zu vermeiden.

Hoher Innovationsdruck
Seit 2010 ist der Innovationsdruck höher als beim bisherigen Innovationsführer Computertechnologie; Neuheiten kommen im Monatsrhythmus auf den Markt. Dies sorgt allerdings auch für Unsicherheiten bei der Lagerhaltung. Ein Umstand, der mit der künftigen Gesetzgebung und der damit verbundenen sechsmonatigen Meldefrist deutlich entschärft werden sollte.

Größere Steigerungsraten möglich
Obwohl die Steigerungsraten mehr als beachtlich sind, bewegen sie sich deutlich unterhalb des Möglichen. Im Jahr 2011 wuchs der Markt um das zwanzigfache, da die Bevölkerung den Harm Reduction-Effekt erkannte und verstand. 2012 sorgte eine bis heute andauernde Verunsicherungskampagne ausgerechnet der Gesundheitsschützer dafür, dass die Wachstumsraten vergleichsweise einbrachen. Die Verbraucher gehen heute zu großen Teilen davon aus, dass die E-Zigarette schädlicher sei als Tabak. Der zurückliegende Einbruch ist auch der Grund dafür, dass bis heute keine europäische Massenproduktion erfolgt und China de facto Alleinhersteller weltweit ist. Auch hier muss allein aus volkswirtschaftlicher Sicht das Ziel sein, dies zu ändern.

Somit sollte ein Ziel der Industrie sein, die gesundheitlichen Vorteile der E-Zigarette wieder zu positionieren.

3.2.3 Auswirkung auf andere Branchen

Die Umsätze der E-Zigarette wirken sich darüber hinaus negativ auf die Tabakumsätze und den Markt für Nikotinersatzprodukte (NRPs) aus. Während die Tabakindustrie zu großen Teilen die Chancen erkannt hat, die mit dem Handel von E-Zigaretten verbunden sind, sieht es bei den NRP-produzierenden Pharmaunternehmen anders aus. Nach einer etwa zehnjährigen Marktpräsenz hat die E-Zigarette die Bedeutung von Nikotinpflastern, -sprays und -kaugummis marginalisiert.5 Der NRP-Markt ist stark rückläufig. Insbesondere die regelmäßige Nutzung von Kaugummis oder Sprays, die nicht dem Ausstieg, sondern der rauchfreien Aufnahme von Nikotin dient, geht zurück. Etwa sechs Milliarden US-Dollar wurden 2014 weltweit im E-Zigarettenmarkt umgesetzt und damit erstmals mehr als im NRP-Markt. Für 2030 prognostiziert Euromonitor einen weltweiten Umsatz im E-Zigarettenmarkt von 30 Milliarden US-Dollar.6

 

Inhaltsverzeichnis