Britische Parlamentarier fordern mehr Akzeptanz für die Chancen der E-Zigarette

Der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie des britischen Parlaments kommt in einem kürzlich veröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass die Chancen der E-Zigarette in der Politik stärker akzeptiert und berücksichtigt werden müssen. Der Bericht, an dem Parlamentarier aller im Unterhaus vertretenen Parteien mitgewirkt haben, stellt fest, dass E-Zigaretten deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten und daher im Sinne der öffentlichen Gesundheitsversorgung eine spezielle Unterstützung durch die Politik erfahren müssten. Dem Bericht ging ein umfangreicher Konsultationsprozess voraus, bei dem mehr als hundert Fachleute Eingaben machen konnten und befragt wurden.

VdeH-Geschäftsführer Dac Sprengel begrüßt diese klare Positionierung der Abgeordneten: „Der nun vorgelegte Report macht klar, dass die britischen Politiker das große Potenzial der E-Zigarette erkannt haben. Der Bericht untermauert damit frühere Untersuchungen, wie zum Beispiel die Reports der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) aus den Jahren 2015 und 2018, die darauf hinweisen, dass die E-Zigarette mindestens 95% weniger Schadstoffe als eine herkömmliche Zigarette produziert.“

Auch Wissenschaftler begrüßten die Veröffentlichung des Reports. Linda Bauld (Professorin für Public Health an der University of Sterling und Co-Autorin des aktuellen PHE-Reports), sagte der BBC: „Dieser Bericht ist eine willkommene und wissenschaftlich fundierte Atempause von all den angsteinflößenden Geschichten über das Dampfen“.

VdeH-Geschäftsführer Sprengel fordert die Politik auf, den Report der britischen Parlamentarier und die darin enthaltene wissenschaftliche Evidenz zum Anlass zu nehmen, nun auch in Deutschland zu handeln. Hintergrund ist die eklatante Fehlwahrnehmung zum Risikopotenzial des Produktes hierzulande: Im November vergangenen Jahres hatte eine FORSA-Umfrage im Auftrag des VdeH ergeben, dass 54 Prozent der Deutschen die E-Zigarette für mindestens genauso schädlich halten wie eine herkömmliche Tabakzigarette. „Aus unserer Sicht waren und sind diese Umfrageergebnisse besorgniserregend, weil die wissenschaftliche Evidenz zum geringeren Risikoprofil von E-Zigaretten offensichtlich noch nicht hinreichend kommuniziert ist“.

Einen Grund in der falschen Wahrnehmung sieht Sprengel in der einseitigen Betonung der Zweifel in der politischen Debatte. So werde befürchtet, dass Nichtraucher über den Konsum von E-Zigaretten zu Tabakrauchern werden oder besonders Jugendliche von diesen Produkten angelockt werden könnten. „Der vorliegende Bericht, und auch der PHE-Report aus dem Frühjahr dieses Jahres, betonen, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass E-Zigarettenkonsumenten später zu Tabakrauchern werden oder dass Jugendliche verstärkt in den Konsum einsteigen. Die bisherigen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die weitverbreitete Gateway-Hypothese ist somit nicht haltbar“, so Sprengel.

Als weiteren großen Mythos in der Diskussion um die E-Zigarette nennt Sprengel das Thema „Passivdampfen“. „Auch hier ist der vorliegende Parlamentsbericht eindeutig: Die durchgeführten Messungen zeigen den konsultierten Wissenschaftlern zufolge nahezu keine Belastung umstehender Personen durch den Dampf von E-Zigaretten“.

Sprengel sieht nun die Politik vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder belässt es die Politik beim Status Quo und sorgt somit dafür, dass Tabakraucher auch weiterhin unzureichend über E-Zigaretten informiert werden und damit oftmals weiter rauchen – mit dem nachweislich bekannten massiven Gesundheitsrisiko. Oder sie informiert über die bekannten und wissenschaftlich fundierten Chancen der E-Zigarette und erschließt damit ihr gesundheitspolitisches Potential für viele betroffene Raucher.

Sprengel dazu abschließend: „Politik und Wirtschaft sollten gemeinsam daran arbeiten, dass die E-Zigarette in Deutschland eine höhere Akzeptanz findet als bisher und dadurch die wissenschaftlich bewiesenen gesundheitspolitischen Chancen der E-Zigarette viel besser genutzt werden als bisher.“